Austausch und Diskussion

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14. Jahrestagung der Internationalen Buchwissenschaftlichen Gesellschaft am 7./8. September 2013 an der Universität St. Gallen


 

Thema: Das Plagiat. Ein multidisziplinäres  Forum
Tagungsleitung: Prof. Dr. Vincent Kaufmann
Tagungsort: Raum für Literatur, St. Gallen


Zusammenfassung:

Gehören Autorschaft und Literatur seit unserem Eintritt in das digitale Zeitalter grundsätzlich der Vergangenheit an? Gibt es – in einer durch und durch vernetzten Textwelt, in der jeder Satz schon einmal geschrieben und jedes Wort schon einmal gesagt worden ist – noch Platz für ein aus sich selbst schöpfendes Subjekt? Was geschieht, wenn an die Stelle der Einbildungskraft der „Zugang“ tritt, also die in Sekunden herzustellende Verfügbarkeit aller Werke, aus deren Bruchstücken ein neues, ein anderes Schreiben jenseits von „Literatur“ entwickelt wird, und zwar durch Entwendung, durch Zweitverwertung, durch das Prinzip „Cut and Paste“? Leben wir nun in der von Kenneth Goldsmith ausgerufenen Zeit des Uncreative Writing, und damit in der Zeit des Plagiats? Sind wir, wie es Jeremy Rifkins 2000 erschienenes Buch The Age of Access diagnostiziert, am Ende des Eigentums im Allgemeinen und des geistigen Eigentums im Besonderen angekommen? Welche Vorstellungen von geistiger Arbeit, Originalität und Autorschaft sind mit einer solchen Zukunft verbunden? Oder handelt es sich hier womöglich um einen ethischen wie auch ästhetischen Irrweg?

Die Thematik Plagiat und geistiges Eigentum ist auch für die Zusammenführung der Problematik von Autorschaft mit dem ökonomischen und juristischen Gesellschaftsfeld von Bedeutung. Wo genau verlaufen die Konfliktlinien zwischen Autorschaft, Recht und Wirtschaftsinteressen? Handelt es sich überhaupt um echte Konflikte – und wie neu sind sie? Gerade das Übergreifen von konzeptionellen Debatten in scheinbar „ausserliterarische“ Sphären macht das Plagiat zu einem gesellschaftsübergreifenden Thema, das nicht nur Autoren, Verleger, Juristen, Wissenschaftler und Journalisten intensiv beschäftigt, sondern das uns alle über den grundsätzlichen Stellenwert von geistigem Eigentum und geistiger Aneignung nachdenken und miteinander ins Gespräch kommen lässt. Und genau das ist das Ziel der IBG-Jahrestagung 2013, die Schriftsteller und andere Vertreter der „digitalen Generation“, Buch-, Literatur- und Kunstwissenschaftler sowie Juristen und Historiker zu einem Austausch über das vielschichtige Phänomen des Plagiats einlädt.

Programm

Tagungsbericht